für Kinder aus der Tschernobyl-geschädigten weißrussischen Region Gomel
Hannover (epd). Am 26. April 1986 ereignete sich im vierten Block des Atomkraftwerks im ukrainischen Tschernobyl aufgrund eines fehlgeschlagenen Experiments der "größte anzunehmende Unfall" (GAU): Der Reaktor explodierte. Allein im benachbarten Weißrussland wurden 70 Prozent der Landesfläche verstrahlt, 485 Dörfer und Siedlungen gingen verloren. Viele Bürger leben noch heute auf verseuchtem Gebiet. Nach Angaben der weißrussischen Botschaft in Berlin handelt es sich dabei um
1,3 Millionen Menschen, unter ihnen 500.000 Kinder.
In der Ukraine sind mehr als drei Millionen Menschen als Betroffene registriert. Die Zahlen über die Todesopfer gehen weit auseinander. Noch
1991 wurde offiziell die Zahl 31 genannt. Heute schwanken sie je nach Standpunkt zwischen 10.000 und 250.000. Die meisten Todesfälle sind auf die Spätfolgen der Verstrahlung zurückzuführen, etwa auf Krebs,
Immunschwäche- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie auf Depressionen, die im Suizid enden.
Erst nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion rückte der von den Behörden lange Zeit totgeschwiegene Atomunfall wieder ins öffentliche Bewusstsein. In Westeuropa, den USA, Kanada und Japan entstanden nach
1989 mehrere tausend Initiativen, Gruppen und Vereine. Sie helfen den Menschen in den verseuchten Gebieten auf vielfältige Weise. Die bundesweit größte Organisation, die Erholungsaufenthalte für Kinder anbietet, ist die landeskirchliche Arbeitsgemeinschaft "Hilfe für Tschernobyl-Kinder" in Niedersachsen. Sie startete vor 20 Jahren die erste Ferienaktion und hat mittlerweile mehr als 22.500 Kinder und Begleiter nach Deutschland gebracht.
Wer mehr Informationen über die Ferienaktion haben möchte, wird gebeten, sich an die Koordinatoren des Projektes zu wenden (Telefonnummern siehe unten).
Das Koordinatorenteam der AG Hilfe für Tschernobyl-Kinder im Kirchenkreis Stade: