Mit einer Andacht in der Kirche St. Wilhadi endete am Samstag, dem 1. August, die einwöchige ukrainische Kinderfreizeit in Stade. Auch in diesem Jahr waren 30 Kinder und Jugendliche sowie ihre Begleitpersonen aus Mykolajiw, Niedersachsens ukrainischer Partnerregion am Schwarzen Meer, zu Besuch, um für einige Tage Erholung, Abstand und Momente der Leichtigkeit inmitten eines vom Krieg bestimmten Alltags zu finden, der seit fast viereinhalb Jahren das Leben der Menschen in der Ukraine prägt.
Die Kinderfreizeit fand dieses Jahr zum zweiten Mal statt. Die Initiative von Landrat Kai Seefried wurde von einer Vielzahl von Partnern unterstützt, gefördert und begleitet, darunter die DLRG, das Deutsche Rote Kreuz, die Handwerkskammer Braunschweig-Lüneburg-Stade, die Johanniter Unfall-Hilfe, die Kreislandfrauen sowie auf evangelischer Seite die Kirchengemeinde Harsefeld und der Kirchenkreis Stade.
Die Woche des Besuchs in Stade fiel zugleich in eine Zeit schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine. Umso bedrückender war an diesem Tag die Vorstellung, dass die Kinder, Jugendlichen und ihre Begleitpersonen nach dieser Sommerwoche in eine vom Krieg bestimmte Heimat zurückkehren.
Die Freude und Dankbarkeit über das Zusammenkommen und Innehalten prägten die Andacht ebenso wie die Erfahrungen des Krieges. Als Superintendent Dr. Marc Wischnowsky alle Anwesenden bat, eine Kerze für einen ihnen nahestehenden Menschen anzuzünden, wurde spürbar, wie gegenwärtig der Krieg auch in diesem Moment war. Marc Wischnowsky und Albina Chmel, pädagogische Leiterin des Evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverbandes Stade, gestalteten die Andacht in der liebevoll mit selbstgemachten Friedenstauben dekorierten Kirche gemeinsam – zweisprachig auf Deutsch und Ukrainisch. Zur Andacht gehörten außerdem eine Bildergeschichte über die Kraft des Zusammenhalts, die von den Kindern mit viel Freude nachgestellt wurde, sowie Gebete und Musik. Musikalisch begleitet wurde die Andacht vom ukrainischen Kinderchor „Chance“ aus Buxtehude.
Landrat Kai Seefried drückte in seiner Ansprache seine tiefe Bewegung aus. Er dankte allen Unterstützerinnen und Unterstützern, die mit Geldspenden und persönlichem Einsatz die Kinderfreizeit ermöglicht haben. Insbesondere hob er das Engagement der Harsefelder Kirchengemeinde hervor, die fast 16.000 Euro aus Einnahmen von einem Benefizlauf beisteuerte. Diese Hilfe stehe „beispielhaft für so viele, die im Landkreis Stade an die Ukraine und an die Menschen in der Ukraine denken.“ An die Gäste aus Mykolajiw gewandt, bezeichnete Seefried sie als Botschafterinnen und Botschafter für den Frieden in Europa.
Mit Gottes Segen und der festen Hoffnung auf Frieden endete die Andacht.