Mit zahlreichen Aktionen, Experimenten und Ausflügen ging am 18. Juni für die Kitas des Evangelisch-lutherischen Kindertagesstättenverbandes Stade ein abwechslungsreicher Umweltmonat zu Ende. Ziel des Projekts war es, Kindern die Bedeutung des Wassers als lebenswichtige Ressource näherzubringen und sie für einen bewussten Umgang mit der Natur zu sensibilisieren.
Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) beginnt bei den Jüngsten. Kitas gehören zu den ersten Bildungsorten außerhalb der Familie, an denen Kinder Kompetenzen erwerben, um Fragen der Nachhaltigkeit auf den Grund zu gehen. Als zentrale gesellschaftliche Aufgabe spielt BNE bereits in der frühkindlichen Bildung eine wichtige Rolle. Sie soll Menschen befähigen, zukunftsgerecht zu denken und zu handeln.
Die Umweltwochen des Ev.-luth. Kindertagesstättenverbandes Stade finden seit 2021 jährlich statt und widmen sich wechselnden Nachhaltigkeitsthemen. In diesem Jahr haben sich zwölf der 14 Kitas des Verbandes am Umweltmonat beteiligt und mit dem Jahresthema „Wasser“ spielerisch und forschend auseinandergesetzt. Gefördert wurde das Projekt mit 3.300 Euro durch die Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung.
Wasser begegnet Kindern täglich – beim Waschen, Trinken, Spielen, in der Natur oder im Schwimmbad. Gerade diese Alltagsnähe machte das Thema zu einem idealen Ausgangspunkt für Entdeckungen und Experimente. Die Kinder erforschten, welche Gegenstände schwimmen oder sinken, experimentierten mit Wasser und lernten den Wasserkreislauf kennen. Beim Papierschöpfen erfuhren sie zudem, wie wertvoll natürliche Ressourcen sind.
In der Kita Johannis in Stade sammelten die Kinder das Wasser, das beim Händewaschen verbraucht wurde, um sichtbar zu machen, wie viel Wasser täglich genutzt wird. In der Kita Schatzinsel in Steinkirchen bauten sie eigene Wasserfilter und kleine Biosphären, um den Wasserkreislauf besser zu verstehen. Auch das Thema „Müll im Meer“ war Bestandteil des Projekts und regte die Kinder dazu an, sich mit Umweltverschmutzung und ihren Folgen auseinanderzusetzen.
Die Kita St. Mauritius in Hollern-Twielenfleth widmete dem Thema eine ganze Woche. Wasser als wertvolles Gut und schützenswerte Ressource wurde dabei aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet. Besonders gut gefielen den Kindern die selbstgebauten Regenmacher und die Fantasiereisen, auf die sie der Klang des Regens mitnahm.
Auch religionspädagogisch wurde das Thema aufgegriffen: Wasser wurde als Geschenk Gottes und Grundlage allen Lebens betrachtet. Die Kinder setzten sich mit biblischen Geschichten rund um das Wasser auseinander, sprachen über die Taufe als Zeichen von Gottes Liebe und entdeckten, wie eng Schöpfungsverantwortung und der sorgsame Umgang mit natürlichen Ressourcen zusammenhängen. Dabei wurde deutlich, dass Wasser keine Selbstverständlichkeit ist und jeder Mensch dazu beitragen kann, Gottes Schöpfung zu bewahren.
Darüber hinaus unternahmen die Kinder Ausflüge zum Wasserwerk Süd in der Barger Heide, in den Kinderwald in Horneburg und an die Elbe nach Grünendeich.
Das Besondere an dem Projekt ist, dass Kinder selbst zu Forschenden werden. Sie können Fragen stellen, Vermutungen entwickeln und durch eigenes Ausprobieren Antworten finden. Auf diese Weise werden nicht nur naturwissenschaftliche Kenntnisse vermittelt, sondern auch Neugier, Kreativität und selbstständiges Denken gefördert. Dieser Ansatz leistet einen wichtigen Beitrag zur frühkindlichen Bildung und stärkt zugleich das Umweltbewusstsein.
Der Umweltmonat zeigte eindrucksvoll, wie Kinder durch eigenes Erleben und Forschen Zusammenhänge in der Natur entdecken und verstehen. Gleichzeitig wurde deutlich, wie wichtig Wasser für Menschen, Tiere und Umwelt ist – und warum ein verantwortungsvoller Umgang mit dieser wertvollen Ressource bereits im Kindesalter beginnt.
„Die Begeisterung der Kinder für das Thema Wasser hat uns gezeigt, wie wertvoll das forschende Lernen ist. Das Thema für das nächste Jahr steht noch nicht fest, aber wir können uns gut vorstellen, gemeinsam die Welt der Pflanzen und gesunden Ernährung zu entdecken. Die Vorfreude auf die nächste Projektwoche ist jedenfalls schon groß“, fasst Albina Chmel, pädagogische Geschäftsführerin des Verbandes, die Erfahrungen zusammen.