Die amtierende Dekanin von Coventry, Dompröpstin Dr. Canon Kate Massey, übergab das Nagelkreuz am vergangenen Samstag. Mit der Aufnahme verpflichtet sich die St.-Wilhadi-Kirchengemeinde, aktiv für Frieden und Versöhnung einzutreten, gesellschaftliche Gräben abzubauen und die Geschichte aufzuarbeiten. Ein sichtbares Zeichen dieser Verbundenheit ist auch das Versöhnungsgebet von Coventry, das freitags beim täglich stattfindenden Mittagsgebet um 12.15 Uhr gesprochen wird. Darüber hinaus möchte die Gemeinde den Austausch mit anderen Mitgliedern des Netzwerks intensivieren und sich gemeinsam mit ihnen für soziale Gerechtigkeit einsetzen.
Auf Initiative der damaligen Pastorin Claudia Brandy beschäftigte sich die St.-Wilhadi-Kirchengemeinde erstmals 2018 mit der Nagelkreuzgemeinschaft. Es folgten zahlreiche Treffen der Arbeitsgruppe, ein intensiver Austausch mit anderen Gemeinschaften und eine Pilgerreise nach Coventry in der Nähe vom englischen Birmingham. Nun wurde dieser langjährige Weg mit der feierlichen Übergabe des Nagelkreuzes besiegelt.
Die Predigt hielt die Regionalbischöfin des Sprengels Stade, Sabine Preuschoff. Angesichts der weltweiten Krisen und Kriege sei die Botschaft des Nagelkreuzes wichtiger denn je: „Wir alle müssen für Frieden und Versöhnung einstehen.“ Auch Dompröpstin Dr. Canon Kate Massey unterstrich diese Botschaft: „Das Kreuz ist ein Symbol des Willens, für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung zu arbeiten, zu beten und in Frieden mit allen Menschen zu leben.“
Die Aufnahme in die Nagelkreuzgemeinschaft erfüllt die St.-Wilhadi-Kirchengemeinde mit Stolz und Dankbarkeit, sagte Pastorin Ann-Katrin Hamsch. Als Nachfolgerin von Claudia Brandy hat auch sie sich mit viel Engagement für das Projekt eingesetzt. „Der Austausch mit den anderen Nagelkreuzgruppen war enorm bereichernd, und ihre Herzlichkeit und Offenheit haben uns von Beginn an ein Gefühl des Willkommenseins gegeben“, so Ann-Katrin Hamsch. „Das Nagelkreuz ist für uns ein Auftrag, aktiv Friedens- und Versöhnungsarbeit zu leisten.“ Es ist nicht nur ein Symbol, sondern auch eine Verpflichtung, die die Stader St.-Wilhadi-Kirchengemeinde mit voller Überzeugung annimmt.
Über die Nagelkreuzgemeinschaft
Ihren Ursprung hat die Nagelkreuzgemeinschaft in der kriegszerstörten Kathedrale von Coventry in England. Das Kreuz wurde aus drei großen, eisernen Zimmermannsnägeln zusammengesetzt, die nach einem Bombenangriff aus den verkohlten Deckenbalken der Ruine geborgen wurden. Sie stehen als physische Überreste direkt für die Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges und symbolisieren gleichzeitig die Kreuzigung Jesu sowie den Wunsch nach Versöhnung. Seit 1945 engagiert sich die Nagelkreuzgemeinschaft für Frieden, Vergebung und Versöhnung in Europa und weltweit. Das ökumenische Netzwerk vereint rund 300 Kirchen und Friedenszentren in 45 Ländern, darunter in den USA, Südafrika und den Niederlanden.
Nina Dede, Sprengel Stade